Dies und Das

Hier findet Ihr eine Zusammenstellung verschiedener Informationen im Zusammenhang mit Mantrailing.

Aktuell:
Warum trailen wir bei hohen Aussentemperaturen nicht?

Hunde sind nicht für Hitze geschaffen. Am wohlsten fühlen sie sich bei einer Umgebungstemperatur von ca. 14 Grad. Bei Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad reduzieren die meisten Spürnasen selber ihre körperlichen Aktivitäten und ziehen sich in schattige oder kühle Plätze zurück. 


Da Hunde nur an den Pfoten wenige Schweissdrüsen besitzen, kühlen sie ihren Körper durch das Hecheln ab. Bei diesen schnellen Atembewegungen lässt der Hund die Zunge weit aus dem Maul hängen – der Speichel verdunstet und angestaute Körperwärme wird nach außen abgegeben. Schon ab einer Aussentemperatur von 28 Grad reicht das Hecheln nicht mehr aus, um die Körpertemperatur zu verringern. Darum ist alles zu vermeiden, was die Temperatur des Hundes bei sommerlichen Temperaturen zusätzlich nach oben treibt.  

Beim Trailen machen Hunde bis zu 300 Atembewegungen pro Minute und setzen dabei je nach Lungenvolumen bis zu 50 Liter Luft um - bei heissen Temperaturen natürlich heisse Luft. Damit tritt logischerweise eine starke Erhöhung der Körpertemperatur ein, die nun nicht mehr durch das Hecheln kompensiert werden kann. Der Hund überhitzt und als Folge droht ein Hitzschlag mit Herz-Kreislaufkollaps; in 50% aller Fälle führt das bei Hunden zum Tod.

Der Effekt der normalen Umgebungstemperatur wird übrigens durch Untergründe, die sich extrem erhitzen können - wie Asphalt oder Sand - um ein Vielfaches verstärkt: Bei Temperaturen um 25 Grad kann der schwarze Strassenbelag eine Temperatur von 50 Grad erreichen; bei 30 Grad wird er bis zu 60 Grad warm. Nicht nur, dass sich die Hunde damit die Pfoten verbrennen können – die Umgebungsluft in Höhe der Hundenasen ist um ein Mehrfaches höher als wir das nach den Thermometerangaben meinen. Der geschilderte Überhitzungseffekt wird auf solchen Untergründen wesentlich schneller eintreten.

Fazit: Bei sommerlichen Temperaturen lassen wir das Trailen am besten gleich ganz sein oder verlegen es auf die (ganz) frühen Morgenstunden. 

Trailen im Wald scheint zwar eine Option zu sein – immerhin ist es schattig und der Untergrund gibt (mindestens zu Beginn einer Hitzeperiode) eine gewisse Kühle ab. Aber auch im Wald wird die Umgebungsluft im Lauf eines Hitzetags zunehmend warm – der Schatten täuscht allerdings uns Menschen, weil wir die Hitze nicht mehr unmittelbar auf der Haut spüren und weil unsere Haut Feuchtigkeit verdunstet. Unsere Hunde sind aber auch im Wald auf die Kühlung über das Hecheln angewiesen und die Faustregeln zum Luftumsatz gelten auch hier. Darum verzichten wir bei hohen Temperaturen auf Übungen im Wald - es sein denn am frühen Morgen. 

Die richtige Ausrüstung

Zum Mantrailing gehört - wie zu jeder Arbeit - auch die richtige Ausrüstung.
Für den Hund ist das ein Trailgeschirr, das  eine freie, drucklose Rotation des Schulterblatts, einen guten Sitz auf dem Brustbein aufweisen und keinen Druck auf die Atemwege ausübt.
Dazu gehört eine gute Trailleine von 8-10 Metern Länge.

Die Belohnung sollte nichts sein, das der Hund sonst als Belohnungen erhält, schon gar keine trockenen Leckerli. Am besten eignen sich Pasten in Tuben, die sich leicht mitführen lassen und sauber abzugeben sind.  Wir empfehlen spezielle Tuben aus dem Tierhandel, weil diese Produkte nicht mit Salz und Gewürzen versetzt sind.

Für die Hundeführerin oder den Hundeführer ist gutes, festes und möglichst geländetaugliches Schuhwerk zwingend. Wir empfehlen Trekking- oder leichte Wanderschuhe. Dazu gehört witterungsangepasste  Kleidung allenfalls mit Regenschutz und Kopfbedeckung. Eine Warnweste mit lichtreflektierenden Streifen macht das Team bei Tag und bei Nacht erkennbar und hilft so, Unfällen vorzubeugen.

Welche Hunde eignen sich fürs Mantrailing?

Jeder Hund hat eine Nase mit einem ausgeprägten Geruchssinn. Daher ist jeder Hund auch in der Lage, eine individuelle Geruchssignatur zu erkennen. Grenzen gibt es dort, wo gesundheitliche Fragen entstehen: So haben z.B. Hunde mit gestauchten Nasen ohnehin schon Mühe mit dem Atmen; wenn Ihnen dann noch die Höchstleistung einer Personensuche abverlangt wird, kann das rasch zu Gesundheitsproblemen führen. Überhaupt sollte der Hund konditionell in der Lage sein, diesen speziellen Leistungssport zu absolvieren. Übergewicht, Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder der Atemwege sowie pathologische Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates sollten eher zu einer gewissen Zurückhaltung führen.  Und natürlich gibt es auch rasse- oder gruppenspezifische Eigenheiten, die bei der Hundeführerin bzw. beim Hundeführer zu Frustrationen führen können: Rhodesian Ridgebacks sind nicht allzeit motiviert, Malinois können bei Hyperaktivität eine starke Herausforderung darstellen, Terrier mit bekanntermassen eigenem Kopf können der Führung auch einiges abverlangen ... auch wenn alle diese "Typen" eigentlich sehr gute Arbeiten abliefern.

Auf alle Fälle kommt es auf das Individuum an. Darum gilt: Probieren Sie es einfach aus. Wir unterstützen Sie gerne dabei.

Literatur zum Thema

Es gibt viele Bücher und Videos zum Thema Mantrailing auf dem Markt. Hier listen wir einige davon auf, die wir in unserer Aus- und laufenden Weiterbildung selber studiert haben.